Erste Hilfe bei Lernproblemen
Gut besucht war der Vortrag von Frau Dr. Sigrun Imhäuser zum Thema ,,Erste Hilfe bei Lemproblemen“ in der Aula der Grund-und Hauptschule Freudenberg. Offensichtlich hat der Förderverein der Schule als Veranstalter ein wichtiges Thema ausgewählt.
Frau Dr. Imhäuser zog mit ihrem anschaulichen und praxisnahen Vortrag schnell auch alle Zuhörer in ihren Bann. Eltern und Lehrer konnten ihre Fakten und Beispiele auch schnell mit den eigenen Erfahrungen in Einklang bringen. So stellte die Referentin beispielsweise dar, dass die Menschen nach fünf Tagen nur noch 30% der gelernten Daten, Fakten und Vokabeln im Gedächtnis haben. Die verbleibenden 70% sind vergessen. Ziel muss es deshalb sein, das Gelernte im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Dafür ist das Prinzip der Wiederholung ganz entscheidend. Hier sind die Eltern als Hilfe für ihre Kinder besonders gefordert. Das Erlemte sollte zudem möglichst schnell aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden können. Das gilt z.B. für die Grundrechenarten oder wichtige Rechtschreibregeln. Zu dieser Voraussetzung für den Lernerfolg kommt noch die Motivation, d.h. die Schüler müssen die Anstrengung des Lernens als erstrebenswert erachten und eine gute Beziehung zu den Lehrern und den Eltern entwickeln. Außerdem sollten immer mehrere Kanäle der Wahrnehmung angesprochen werden, d.h. die Lernmaterialien müssen abwechslungsreich sein.

Dr.Sigrun.Imhäuser
Einen Schwerpunkt ihres Vortrags legte Dr. lmhäuser auf die sogenannte Visualisierung, die dazu dient, das Gelernte im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. So sollten die Kinder sich neu zu lernende Wörter Buchstabe für Buchstabe vor Augen stellen, um Wörter auf diesem Weg auf Dauer in den bildlichen Speicher ihres Gedächtnisses aufzunehmen.
Eine Empfehlung war der Referentin besonders wichtig. „Setzen sie auf Lob und verzichten sie beim Lernen auf Tadel oder Bestrafung.“ Eine ,,positive Verstärkung“ ist nicht nur für die Motivation, für das Arbeitsklima, sondern auch für die Lemleistung von großer Bedeutung.

Anschließend ging Dr. lmhäuser noch auf die häufig vorkommenden Konzentrationsstörungen bei Kindern und Jugendlichen ein. Neben die Reizüberflutung durch Fernsehen und Computer treten ernährungsbedingte Konzentrationsstörungen durch Vitaminmangel, Süßigkeiten und Nahrungsmittelallergien. Auch hormonelle oder genetische Faktoren können die Ursache sein. Hier ist ärztlicher Rat unabdingbar.

Eine Beruhigung zum Schluss sorgte spürbar für Erleichterung. Schlüsselqualifikationen für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn sind nicht unbedingt Noten und Zeugnisse, sondern Teamfähigkeit, Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und Selbständigkeit. Diese Erziehungsziele dürfen Schule und Eltern neben dem eigentlichen Lernstoff nicht aus den Augen lassen.

Schulleiter H.G. Holzmann bedankt sich bei der Referentin