Neue Kirche von 1957

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1955 |
Im Januar 1955 wird für die Planungen der Neuen Kirche ein Wettbewerb ausgeschrieben zwischen dem Erzbischöflichen Bauamt Heidelberg und dem Architektenbüro Prof. Albert Boßlet und Regierungsbaumeister Erwin van Aaken, Würzburg. Am 20. März werden die Modelle im Pfarrsaal ausgestellt. Am 24. März entscheiden sich die Gemeinde (nach Abstimmung) als auch das Erzbischöfliche Domkapitel für den Entwurf von Prof. Boßlet, dem damit der Auftrag zur Ausführung gegeben wird. Am 1. Juni ist die Bauplatzfrage geklärt mit Zustimmung aller Grundstückseigentümer (Stumpf, Beck, Bechtold, Müssig-Brohm, Kiessewetter, Mayer-Heilmann) und Prof. Boßlet. Nachdem die Ausschreibungen getätigt sind, ergibt sich durch Bohrungen, dass erst in ca. 7m Tiefe auf Felsgrund gestoßen wird; deshalb wird eine Pfahlfundierung mit 70 Pfählen notwendig. Am 11. September ist erster Spatenstich. |
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1956 |
Am 19. März 1956, dem Fest des Hl. Josef, ist Grundsteinlegung. Auf der Urkunde, die im Grundstein eingemauert wurde, ist der Wunsch ausgesprochen: „Möge dieses Gotteshaus für alle Zeiten werden ein Quell der Gnade und des übernatürlichen Lebens und ein Anfang der unvergänglichen Herrlichkeit!“ Die Weihe des Grundsteins nimmt Generalvikar. Dr. Simon Hirt, Apostolischer Protonotar, vor. Am 29. Juni, dem Fest Peter und Paul, wird das Richtfest gefeiert. Am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, wird das Turmkreuz geweiht. Es folgt der Innenausbau. |
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1957 |
Der Bau der neuen Stadtpfarrkirche St. Laurentius
– der dritten Laurentiuskirche in Freudenberg - wird unter Pfarrer Otto
Friedel ausgeführt. Bauausführung: Bauunternehmen: Gebr. Trützler o.H.G./ Miltenberg und Fa. Franz Kern/ Freudenberg, Pfahlgrundierung: Frankipfahl-Gesellschaft/Düsseldorf, Dachkonstruktion: Gg. Noell & Co./Würzburg, Dachdecker: Caspar Schneller und Söhne/Würzburg, Zimmerarbeiten: Josef Heß/Bürgstadt, Tüncher- und Verputzarbeiten: Arbeitsgemeinschaft: Edgar Dümig/Kirschfurt, Fritz Kern/Freudenberg, Otto Rauch/Freudenberg, Otto Pegoretti/Freudenberg, Schreinerarbeiten: Anton Kern/Freudenberg, Ferdinand Link/Schneeberg, Ferdinand Schäder/Güntersleben, Leo Ziegler/Freudenberg, Tore: Gedel & Söhne/Würzburg, Fenster :Ignaz Donath & Sohn/Gelsenkirchen-Buer, Gebr. Borghart o.H.G./Wörth am Main, Boden: Otto Leibfried/Bürgstadt, Beton- und Kunststeinwerk/Würzburg, Miltenberger Steinsägewerke Inh. Josef Istel, Beleuchtung: Richard Ott/Wiesbaden, Bernhard Schneider/Bürgstadt, Lautsprecher: Siemens-Halske AG/Würzburg, Sakristei-Einrichtung: Fa. Wendelin Rauch & Sohn/Freudenberg, Altar: Dyckerhoff und Neumann, Nassauische Marmorwerke Villmar/Lahn - Bau AntonWtwe./Grünsfeld, Installation: Alfred Kirchgäßner/Freudenberg, Fridolin Kaiser/Freudenberg, Otto Ullrich/Freudenberg, Schmiedearbeiten: Gebr. Hamann/ Freudenberg, Treppen und Fenster: Clemens Söller, Steinmetz/Freudenberg, Tabernakel und Leuchter: Johann L.L. Brandner AG./Regensburg, Apostel-Leuchter: Josef Friedrich/Würzburg, Steinhauer: Kriebel/Kirschfurt, Heizung: Theodor Mahr & Söhne/Aachen, Bohrungen: Karl Junge/Frankfurt/Main, Orgel: Orgelbauanstalt Wilhelm Bader/Hardheim, Glockenmontage: Fa. Josef Haamann/Kirschfurt. Die Planenden stellen es sich zur Aufgabe, einen Kirchenraum zu gestalten, der ein Symbol der ewigen Heimat sein kann. Das Gotteshaus ist licht- und farbenfroh. Sein Mittelpunkt ist der Altar. In seiner Form schlicht und einfach – Tisch -, im Material wertvoll – schwarzer Lahnmarmor wie Ambo, Taufstein und Kommunionbank -. Der Altar ist Tisch der Gemeinde, Thron Gottes – Opferstätte Jesu Christi. Er ist Schwelle von der irdischen zur himmlischen, von der menschlichen zur göttlichen Welt. Das Altargemälde will uns sagen: „Christus führt uns durch sein Opfer zum Vater“. Der Würzburger Kunstmaler Lukas Gastl bringt dieses Thema zur Ausführung. (Von Lukas Gastl stammt auch das Altargemälde von Stadtprozelten). In der Sprache der Symbolik stellt er uns Christus als das Opferlamm dar, das die in seinem Blut gereinigten Menschen (Fische) zum Vater führt. Engel begleiten diesen Zug. Die Hand des Vaters, der im unzugänglichen Lichte wohnt, der der Herr der Welt ist, zeigt, dass er das Opfer annimmt. Die opfernde Gemeinde ist beim Vollzug des Opfers Christi in Bewegung hin zum Vater. Diese eine Bewegung bringt das Gemälde sprechend zum Ausdruck. Der Vater schenkt uns seine Liebe. Der Heilige Geist kommt herab und bringt uns die Gaben der göttlichen Liebe, die göttliche Offenbarung und das göttliche Leben. Darum im Bild das Buch, im Chorraum Ambo und Taufstein. Das göttliche Leben wird im Menschen entfaltet durch die 7 Sakramente, deren Wirken in den sieben Fenstern gezeigt wird. Die Fenster geben durch ihre abgestimmten Farben und die Linienführung dem Raum Licht und Stimmung. In leuchtenden Farben im großen Glasfenster über der Empore steht der Heilige Laurentius, Diakon und Märtyrer, der seit Jahrhunderten Patron Freudenbergs ist. Siegeskrone und Palme hat er erlangt im Dienst am Nächsten und im Blutzeugnis auf glühendem Rost. Die Seitenaltäre sind der Muttergottes und dem Hl. Josef geweiht. Der heilige Nikolaus – Patron der Schiffer - ist mit dem heiligen Josef Nebenpatron der Kirche. Sein Bild in Sandstein gehauen, schaut auf die auf dem Main vorbeifahrenden Schiffe hinunter. Der St. Nicolaus-Schiffer- und Fischerverein Freudenberg hat dieses St. Nikolaus-Relief gestiftet und die Inschrift anbringen lassen: „Beschütze unsere Schiffer“. Anfang Januar 1957 werden die Altäre und der Taufstein gebaut. Ende April wird der Tabernakel aufgestellt, der in der Werkstätte Firma Brandner, Regensburg, hergestellt wurde. Dieses Sakramentshäuschen ist mit 5 rotgoldenen Zungen geschmückt, und 5 Wellen gehen in das Altarbild über. Die Tore sind von der Fa Gredel in Würzburg hergestellt und zeigen in Kupfer getrieben Moses im brennenden Dornbusch. Am 19. Oktober 1957 nimmt Se. Exzellenz der Hochwürdigste Herr Weihbischof von Freiburg, Dr. Hermann Schäufele, die Konsekration vor. Der Kirchenchor gestaltet den Festgottesdienst mit, und zur Erstaufführung gelangt die Orgelsolomesse in C von W.A. Mozart (K.V. 259) mit Instrumentalisten aus Miltenberg (u.a. Poranske, Wolpert, Himmel, Zeller, Rügamer); Organist und Chorleiter ist Hans Feigenbutz. Es erscheint eine Festschrift von Pfarrer Otto Friedel (Einzelheiten des Kirchenbaus wurden dieser Festschrift entnommen. Otto Friedel war von 1952 bis 1960 Pfarrer in Freudenberg.). Seit dem 19. Oktober 1957 finden die Gottesdienste in der „Neuen Pfarrkirche“ statt. |
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1961 |
Am 18. Juni 1961 wird die von der Firma „Vleugels Orgelbau“ in Hardheim gebaute neue Orgel geweiht. |
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1961 |
Valentin Roos ist von 1961 bis 1970 Stadtpfarrer in Freudenberg. |
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1970 |
Friedrich Scheidel ist von 1970 bis 1991 Stadtpfarrer in Freudenberg. |
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1972 |
Im Jahr 1972 wird die helle Decke der Kirche isoliert und eine Holzdecke eingezogen. |
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1973 |
1972/1973 umfassende Innenrenovierung der neuen Pfarrkirche wegen Hochwasserschäden mit Aus- und Wiedereinbau der vorhandenen Vleugels - Orgel unter Stadtpfarrer Friedrich Scheidel (1970-1991). Weihe von Altar und Orgel ist am 17. Juni 1973. |
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1988 |
Stadtpfarrer Friedrich Scheidel stiftet der Neuen Pfarrkirche eine Glocke; die kleine Glocke aus dem 16. Jh. wird wieder auf den Turm der Alten Kirche verbracht. |
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1991 |
Ab 29. September 1991 ist Hans Bender Stadtpfarrer der Pfarrgemeinde St. Laurentius bis September 2007; Investitur mit feierlichem Gottesdienst ist am 26. Januar 1992. |
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1992 |
Im September Dach- und Innenrenovierung der Pfarrkirche unter Stadtpfarrer Hans Bender. |
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2007 |
Ab September 2007 ist Reinhold Baumann Pfarrer der Seelsorgeeinheit Freudenberg. |
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2007 |
Am 21. Oktober 2007 wird das 50-jährige Weihejubiläum der Neuen Pfarrkirche mit einem Festgottesdienst zusammen mit Pfarrer Reinhold Baumann, Generalvikar Dr. Fridolin Keck als Festprediger sowie Pfarrer Heribert Kaufmann/Schweinfurt, den beiden ehemaligen Pfarrern Friedrich Scheidel und Hans Bender, G.R. sowie Pfarrer Karlheinz Geißler, G.R und Diakon Willi Fach. Musikalisch mitgestaltet wird der Gottesdienst vom Kirchenchor u.a. „Locus iste“ von Anton Bruckner und mit der Messe in C von Johann Ernst Eberlin unter Leitung von Walter Kobes mit Orgel- und Instrumentalbegleitung; an der Orgel: Dr. Thomas Feigenbutz, 2 Trompeten: Sascha Müssig, Carolin Kirchgäßner, 2 Violinen: Hans Feigenbutz, Margrit Golsch, Kontrabass: Bezirkskantor Michael Meuser, Pauken: Dieter Müssig; anschließend Feier im Bernhardsaal mit Mitarbeitern der Pfarrgemeinde und Ehrengästen. |