Kreisentscheid 2014: Stadt Freudenberg am Main

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Kreisentscheid 2014

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Wessental hat beim Wettbewerb 2014 den 2. Preis erhalten!

Stellungnahme zum Dorf Wessental, Stadt Freudenberg

An dieser Stelle möchte sich die Bewertungskommission herzlich für die Mitwirkung bedanken und beglückwünscht die Bürgerinnen und Bürger von Wessental zu den im Rahmen des Kreisentscheides gezeigten Leistungen.

1. Leitbild und wirtschaftliche Initiativen

Wessental weist für ein Dorf dieser Größe eine überdurchschnittliche touristische lnfrastruktur auf. Hier sind die zahlreichen Fremdenzimmer zu nennen und die gute Anbindung an touristische Rad- und Wanderwege (Radweg ,,Liebliches Taubertal - der Sportive", Wanderweg LT2, weitere Örtliche Wanderwege).

Die Größe des vorhandenen Neubaugebietes erscheint angemessen. Die etwas exponierte Lage des Neubaugebietes könnte mittelfristig durch eine entsprechende Begrünung noch besser in die Landschaft eingebunden werden.

Die Planungen bezüglich des Gemeindehauses (ehemaliges Rathaus) zur Renovierung und Aufwertung mit Eigenleistungen der Bürgerschaft sind sehr zu begrüßen.

Die Erhaltung der Landschaftsstruktur durch private Nebenerwerbslandwirte ist vorbildlich.

Erfreulich ist auch der Zuzug junger Familien

2. Soziale und kulturelle Aktivitäten

Die Bürgerinnen und Bürger von Wessental engagieren sich überdurchschnittlich in Vereinen und Organisationen. Zu nennen sind besonders die Freiwillige Feuerwehr sowie der Heimat- und Kulturverein.

Die zahlreichen Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger zeigen, dass in Wessental eine intakte Dorfgemeinschaft besteht.

Eigenleistungen wie bei der Renovierung und Einrichtung des Backhäuschens, des Feuerwehrgerätehauses und bei der Grünpflege durch die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins sind schöne Beispiele, die diesen Zusammenhalt belegen.

Vielfältige ehrenamtliche Aktivitäten und Arbeitseinsätze, beispielsweise bei der Beschilderung von Wanderwegen, beim Bau von Sitzbänken etc. sind ebenfalls vorbildliche Aktivitäten der Dorfgemeinschaft.

Auch die Senioren und die Jugend sind über einen Jugendraum bzw. Seniorentreffs und Seniorentage eingebunden.

3. Baugestaltung und Bauentwicklung

Die ortsbildprägenden historischen Gebäude im Ortskern von Wessental sind überwiegend in sehr gutem Zustand. Die Renovierung und Erhaltung der Altbauten ist überwiegend sehr gut gelungen und dorfgerecht.

Erfreulicherweise wurden überwiegend dorf- und umweltgerechte Materialien und Techniken verwendet. Mit den vorhandenen FIächen wurde weitgehend sparsam und effizient umgegangen.

Erfreulich ist auch, dass bei Neuanlagen häufig der ortstypische Buntsandstein verwendet wurde.

Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass grundsätzlich bei Renovierungen auf die Verwendung ortsgerechter Baumaterialien und Bauformen hingewirkt werden sollte. Gleiches gibt ggf. auch für Neubauten, insbesondere im historischen Ortskern. Vor allem bei älterer Bausubstanz und bei Neubauten im alten Ortskern sollte auf die Verwendung von Kunststoff- oder Metalltoren, insbesondere in auffälligen und hellen Farbtönen, verzichtet werden.

Bestehende Holztore an Scheunen sollten möglichst erhalten bzw. bei Bedarf wieder durch Holztore ersetzt werden. Private Bauherren sollten nach Möglichkeit von Fachleuten beraten werden, damit insbesondere historische Gebäude noch fachgerechter renoviert werden.

Es wird angeregt zu prüfen, ob eine Gestaltungssatzung eingeführt werden kann.

Ein sehr schönes Beispiel für die Umnutzung eines früher landwirtschaftlichen Gebäudes ist die Renovierung des ehemaligen Mi1chhäusles. Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch das Umfeld mit dem Vorplatz ist mit einer ansprechenden Pflasterung sehr schön gestaltet.

Es wird angeregt, den Besitzer der alten Schmiede zu ermuntern und zu unterstützen, das Gebäude bzw. die Werkstatträume im Gebäude als privates ,,Kleinstmuseum herzurichten und der Öffentlichkeit zu bestimmten Anlässen oder zu bestimmten Zeiten zugänglich zu machen. Eine solche Initiative würde einerseits der Traditionspflege dienen, aber auch dem Fremdenverkehr in Wessental einen weiteren Baustein hinzufügen.

Etwas störend ist der Zigarettenautomat an bzw. vor einem Altgebäude im Ortskern. Evtl. ist eine Verlegung an eine weniger exponierte Steile möglich.

4. Grüngestaltung und Dorf in der Landschaft

Die Grüngestaltung in Wessental ist überwiegend sehr gut gelungen. Sehr schön ist die Durchgrünung mit großkronigen Laubbäumen insbesondere auch im Ortskern.

Die Neuanpflanzungen im Straßenbereich sollten in diesem Sinne weiterhin konsequent gepflegt werden. Erfreulich ist hier die Pflege durch den Heimat- und Kulturverein. Sehr gut gepflegt ist auch der Friedhof. Im Zuge einer eventuellen Neugestaltung der Parkflächen vor dem Friedhof wird eine Flächenentsiegelung empfohlen. Vorhandene Laubbäume im Bereich bzw. am Rand des Friedhofs sollten erhalten bleiben und die Begrünung nach Möglichkeit sogar noch ergänzt werden.

Sehr schön ist die Renovierung des Friedhofskreuzes und des Kriegerdenkmals am Friedhof, auch diese Anlagen sind sehr vorbildlich gepflegt.

Bei der geplanten Neuanlage eines Spielplatzes im Ortskern sollten die vorhandenen Obstbäume erhalten bleiben. Eine Beratung durch einen Fachplaner für Grüngestaltung wird empfohlen.

Auch bietet sich bei der Neugestaltung des Spielplatzes aufgrund der Nahe zum Bach an, das Element Wasser für die Kinder erlebbar zu machen. (Selbstverständlich müssen Sicherheitsaspekte Vorrang haben.)

In vielen Gärten zeigt sich noch die Tradition der Bauerngarten, auch in Bezug auf die Zierpflanzen. Zur Erhaltung dieser traditionellen Gartenkultur könnte beispielsweise eine regelmäßige Fortbildung durch geeignete Fachberater oder ggf. durch den Heimat- und Kulturverein beitragen. Ansonsten besteht, wie in vielen Dörfern, die Gefahr, dass das Wissen über die Anlage, Pflege und Erhaltung dieser wertvollen Gärten mit der Zeit verloren geht.

Text / Gestaltung: Sylvia Bechtold