Menschen in vergangenen Tagen: Stadt Freudenberg am Main

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Menschen in vergangenen Tagen

Hauptbereich

Leben in Freudenberg 1

Nichtsdestoweniger wurde Freudenberg durch den Ausbau der Freudenburg und die Erbauung des Rathauses unter Graf Asmus gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu einem attraktiven Städtchen, dem auch der Main, die Straße der Franken, im Hinblick auf Handel und Verkehr entscheidende Vorteile brachte.

Leben in Freudenberg 2 - schwierige Lebensbedingungen

Auf diesem Fundament bauten nachfolgende Generationen weiter und im Laufe der Jahrhunderte stieg die Einwohnerzahl allmählich an und erreichte im Jahr 1900 einen Stand von 1623 Personen (1653 Katholiken, 7 Protestanten, 68 Juden).

Bis zum Jahr 1939 ging die Einwohnerzahl in Folge des Strukturwandels auf 1439 Personen, die in 316 Haushaltungen Iebten, zurück. 

Leben in Freudenberg 3

Es bestanden damals 189 land- und forstwirtschaftliche Betriebe.Bei der Firma Rauch Möbelwerke waren 130 Arbeiter beschäftigt, 8 Schiffsbesitzer und 80 Schiffsleute lebten in Freudenberg, 200 Menschen arbeiteten in den Sandsteinbrüchen. 1939 konnte man 2000 Zentner Tabak verkaufen und auch der Weinbau wurde noch betrieben.

Leben in Freudenberg 4 - ständiger Wandel

Nach dem 2. Weltkrieg erweiterten die Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten das Bevölkerungsspektrum, die sich in Freudenberg nicht zuletzt auf Grund der Arbeitsmöglichkeiten in der expandierenden Möbelindustrie niederließen. Mitte der 60er Jahre kamen meist türkische Gastarbeiter nach Freudenberg, die heute in der Stadt am Main eine neue Heimat gefunden haben.

Leben in Freudenberg 6 - Fa. Rauch, Steinbruch, Schulklasse

Jede Freudenberger Generation hat im Laufe der Geschichte ihre Spuren hinterlassen, manchmal sind sie ganz offenkundig, manchmal versteckt, manchmal vergessen.

Aber nicht nur Freudenberger haben Spuren hinterlassen, sondern auch zahlreiche Fremdarbeiter, die durch ihre Mitarbeit am Brücken-, Schleusen,- und Bahnlinienbau erheblich zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Freudenberg beigetragen haben

Zensi Holmeier - Erinnerungen an vergangene Tage

Es war einmal ...

Freudenberg beginnt im Westen beim Torstahl und endet im Osten beim Torjosef. Hatte man mit den Behörden Probleme ging man aufs Rathaus zum Ratschreiber (Seubert). Neben Rathaus war die Kirche. Dort waren Pfarrer Egges und später Pfarrer Zähringer tätig. Im Rathaus war die Schule untergebracht. Dort lernte man bei Lehrer Roth, Eppel, Ronecker und Altenbach. Für Ruhe und Ordnung sorgten die Gendarmen Pfaff/Maier. Auch gab es einen Polizeidiener (Staudt). Er gab auch die Ortsnachrichten bekannt.

Außerdem gab es den Wald und Feldschütz (Maier Josef, Breiter). Die Männer gingen in den Steinbruch, zu Rauch und zu Haamann arbeiten oder fuhren mit dem Schiff. Die Frauen arbeiteten auf dem Feld, im Taqelohn und bauten Tabak. Die Kinder waren in der Kinderschule bei den Schwestern gut aufgehoben. Sein Brot kaufte man beim Mönch Hugo, bei Kettinger, beim König Ludwig, beim Mai Otto, beim Bechtolds Karl, beim Bäcker Sauer, beim Mai Franz, beim Hofmannbäcker oder beim Neubäcker.

Fleisch und Wurst konnte man beim Ziegler Ludwig, beim Köhlers Hermann, beim Köhler Franz (Pfeiffer Friedel und Köhler Ludwig kaufen - 3 Brüder). Um den Durst zu stillen gab es die Brauerei Ziegler, das Ratsstüble, das Fass, den Stern, die Freudenburg, den Ritter und den Bierwirts Hugo (Rose), außerdem die Weinstube Söller. Lebensmittel kaufte man beim Mai Otto, beim Müssig Lenche, beim Farrenkopf, beim Seppels Rösle, beim Kiesewetter, beis Brande und beim Faulhaber. Geschirr und Töpfe konnte man bei Drehers, Brossiers und Faulhabers kaufen. Wolle zum Stricken konnte man bei der Hench Mathilde kaufen auch Schuhe gab es dort.

Die Schuhe reparierte der Kern Alois, der Achstetterschuster, der Grünewaldschuster, der Hencheschuster, der Brandeschuster, der Greineschuster und der Engelbert. Stoffe kaufte man bei den Juden Rotschild, Levi Mendel Reis und beim Jolle. Fahrräder verkaufte im Grund Richard Bauer und auch Keck Valentin außerdem noch Elektrogeräte und Nähmaschinen.

Kohlen gab es beim Stumpf, auch war dort eine Benzinzapfsäule. Besorgungen in Miltenberg (Apotheke) machte die Weinlein Theres mit der Scheese. Freudenberg war immer ein Ort, der seinem Namen alle Ehre machte in vielen Dingen ein Selbstversorger.

Zensi Holmeier

Originaltext - Freudenberger Mundart