Burginitiative: Stadt Freudenberg am Main

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Burginitiative

Hauptbereich

Aus Liebe zur Heimat

Fast generationenlang lag die Burg Freudenberg im Dornröschenschlaf.  Wenn heutzutage die Burg wieder als Wahrzeichen der Stadt sichtbar weithin zu sehen ist, so ist dies der Verdienst von Herrn Franz Hofmann und seinen Freunden zur Erhaltung der Burg. Fast jedes Wochenende arbeiteten sie gemeinsam an der Freilegung und Sanierung. Das Ergebnis ist heute deutlich zu sehen!

Bürgerengagement

Mit viel Engagement und zeitlichem Einsatz hat Herr Franz Hofmann die Burginitiative ins Leben gerufen. Seiner Tatkraft ist es zu verdanken, dass heute Burgfestspiele und vieles mehr auf der Freudenburg möglich sind.

Mühlsteine entdeckt - 1985
Bei den Aufräumaktionen wurden 5 Mühlsteine entdeckt, also ein kompletter Mahlsatz. Die Steine haben einen Durchmesser von 75 - 95 Zentimetern und ein Gewicht von vier bis sechs Zentnern. Die Sandsteine sind in der Mitte gelocht, mit Antriebsvorrichtungen versehen. Diese außergewöhnlichen Fundstücke sind heute im Amtshaushof, neben dem Eingang zur Amtshausgalerie, zu besichtigen!

Burg im Dornröschenschlaf

Nach vielen Jahrzehnten der Ruhe setzte sich die Burginitiative für die Sanierung der verwilderten Burg ein.

Voll Engagement

Über Jahre hinweg - tatkräftiger ehrenamtlicher Einsatz der Burginitiative für die Rettung und den Erhalt der Burg.

Die Gegebenheiten vor Ort waren sehr schwierig und fast alle Arbeiten mußten mit der Hand durchgeführt werden.

Lange Jahre voll mühsamer Arbeit waren erforderlich, um die Burg in ihren heutigen Zustand zu versetzen.

Ehrenamt

Für die Mitglieder der Burginitiative war das Wort "Ehrenamt" mit höchstem körperlichen Einsatz gleichzusetzen - es mußte unter schwersten Bedingungen gearbeitet werden.

Pressebericht 27. November 1985

Die Burgruine Freudenberg wird dank Bürgerinitiative saniert. Sanierungsarbeiten sollen 1987 zur 700-Jahr-Feier fertiggestellt sein

Freudenberg. Dank jahrelanger Bemühungen einer örtlichen Bürgerinitiative ist mit der Sanierung der rund 800 Jahre alten Burgruine über der Stadt Freudenberg begonnen worden. Für die vorerst auf 192000 Mark veranschlagten Arbeiten, die bis zum 700jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1987 abgeschlossen sein sollen, hat das Landesdenkmalamt einen Zuschuß von 128000 Mark bereitgestellt. Weitere 25000 Mark kommen vom Besitzer der Burg, dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, 18000 Mark stellt die Stadt zur Verfügung, während die Bürgerinitiative und der Main-Tauber-Kreis jeweils 10000 Mark spenden.

Aufgrund der Tatsache, dass das Fürstenhaus finanziell nicht in der Lage gewesen war, die notwendigen Mittel für eine Sanierung aufzubringen, sah es lange so aus, als müBte man die alte Burgruine verkaufen. Man war jedoch seitens des Fürstenhauses grundsätzlich abgeneigt, das Wahrzeichen der Stadt in die Hände von Leuten zu geben, die an einer kommerziellen Auswertung interessiert schienen und vertrat die Meinung, die Stadt solle das alte Gemäuer übernehmen, sichern und sanieren.

Der Gemeinderat stand auf dem Standpunkt, ein Kauf sei aus finanziellen Gründen indiskutabel, erklärte sich jedoch bereit, jährlich 10000 bis 15000 Mark an Unterhaltungskosten aus dem Stadtsäckel zu zahlen. Dennoch, so damals die Gemeinderäte, würde man ohne die Unterstützung des Landkreises und des Landesdenkmalamtes nicht auskommen. Das Landratsamt wiederum meinte, man solle zunächst einmal in Zusammenarbeit mit dem Fürstenhaus mit den Aufräumungsarbeiten beginnen, da die Bewilligung einer staatlichen Unterstützung dadurch möglicherweise erleichtert würde. Auch das Landesdenkmalamt konnte zum damaligen Zeitpunkt keine finanzielle Beteiligung zusagen.

Der Bürgerinitiative, deren Mitglieder jeden Samstag mit eigenen Händen angepackt hatten, urn in der Ruine aufzuräumen und zu arbeiten, ist es nun zu verdanken, dass sich die Probleme in Wohlgefallen aufgelöst haben und die Sanierungsarbeiten bereits in vollem Gange sind.

Hauptpreisträger

Im Jahre 1987 erhielt Herr Franz Hofmann aufgrund seiner Leistung den Hauptpreis für Kommunale Bürgeraktion des Landes Baden-Württemberg.

Franz Hofmann - 27.06.1993

Am 27.06.1993 erhielt Herr Franz Hofmann für seinen unermüdlichen Einsatz eine Urkunde vom Burgschauspielverein Freudenberg überreicht. Herr Pfarrer Hans Bender zelebrierte gemeinsam mit Vikarin Anne Zell den ersten ökomenischen Gottesdienst auf der Burg und "Das Burglied", welches zu Ehren von Hr. Hofmann gedichtet wurde, ertönte das 1. Mal in den Mauern der Burg.

Das Burglied von Paul Pagel und Hans Feigenbutz

Das Burglied
gewidmet Franz Hofmann - dem Retter der Burg

Totgeliebt fast vom Smaragd aus Kletterwerk und Mauerbäumen
Drüber stetig Zeitwind weht und Wolkenheere majestätisch ziehn
Liegt ein Kleinod, Schauplatz und Bewahrung meinen Jugendträumen
StilI verfallendes Gemauer, todesfiebrig glühender Rubin
Freudenburg hoch über dem Maine
Zwischen Elend und glânzender Pracht
Hast mich im Innern wie sonst keine
Nachsinnend froh und traurig gemacht.

Hochgetürmt, du stolzes Schloß, für Asmus' dreimal tausend Tage
War in deinem schnellen Aufstieg eingegeben jäher, tiefer Fall
Gier nach Macht statt Liebe trieb das Paar zu brüchigem Vertrage
Das was Menschen wirklich bindet, fand hier keinen echten Widerhall
Freudenburg hoch über dem Maine
Zwischen Elend und glänzender Pracht
Hast mich im Innern wie sonst keine
Nachsinnend froh und traurig gemacht.

Aufgeweckt aus Schlaf und Traum nimmst zögernd du ein zweites Leben
Öffnest deine Tore weit für alle, die erwartend vor dir stehn
Gral des Lebens, du wirst vielen Traurigkeit und Freude geben
Tief ergriffen werde ich aus deinen Mauern in den Alltag gehn
Freudenburg hoch über dem Maine
Zwischen Elend und glänzender Pracht
Hast mich im Innern wie sonst keine
Nachsinnend froh und traurig gemacht.

Text: Paul Pagel (1993)

Melodie und Satz: Hans Feigenbutz (1993)

Wissenswertes

Thomas Steinmetz ZUR BAUGESCHICHTE DER BURG FREUDENBERG AM MAIN UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DES BERGFRIEDES Geschichtliches Das Bistum Würzburg gewann bereits um die Jahrtausendwende Einfluss, im Raum zwischen Odenwald und Bauland, als ihm die Benediktinerabtei Amorbach als Eigenkloster überantwortet wurde. Zum Ausbau seiner Vorherrschaft lief das Hochstift 1168 in der berühmten ,,Güldenen Freiheit" die gründliche Zerstörung der amorbachischen Vogteiburg Frankenberg verfügen. Jedoch brachte die Schleifung dieser Burganlage dem Bistum Würzburg keinen allzu großen Nutzen, schon kurz nach 1168 treten als neue Vögte des Klosters Amorbach die Herren von Dürn (Walldürn) aus dem Dunkel der Geschichte. Die Herkunft dieses Geschlechtes ist bis heute ungeklärt, es ist nicht auszuschließen, daß es sich um eine Nebenlinie o. ä. der 1168 entmachteten Herren von Frankenberg handelte. Bezeichnenderweise unternahm Konrad 1. von Dürn 1244 einen erfolglosen Versuch zum Wiederaufbau der zerstörten Burg Frankenberg, der durch Kaiser Friedrich II. und Papst Innozenz IV. unterbunden wurde. Im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts liegt Ruprecht T. von Dürn, der erste und gleichzeitig bedeutendste Vertreter des Geschlechtes, nur wenige Kilometer südlich von Amorbach die berühmte Burg Wildenberg als neue Vogteiburg und Residenz erbauen. Schon Ende des 12. Jahrhunderts beherrschten die Herren von Dürn offenbar mehr oder weniger den Waldgürtel südlich des Mains zwischen den heutigen Städten Wertheim und Freudenberg, wodurch sie ohne Schwierigkeiten ins Maintal vordringen konnten.