Spatenstich 31.10.2014: Stadt Freudenberg am Main

Sie verwendeten einen veralteten Browser. Bitte führen Sie für ein besseres Surf-Erlebnis ein Upgrade aus.
JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
Spatenstich 31.10.2014

Hauptbereich

Pressebericht Fränkische Nachrichten

FREUDENBERG. Das Gelände sieht aus wie eine Mondkraterlandschaft. Schweres Gerät pflügt über die Fläche und bereitet den Boden vor für einen wichtigen Schritt hin zur Neuausrichtung der Freudenberger Wasserversorgung. Am Freitag wurde oberhalb des Odenwaldrings der erste Spatenstich gesetzt für den Bau eines neuen Hochbehälters. Es ist die wohl letzte große Maßnahme in der Amtszeit des scheidenden Bürgermeisters Heinz Hofmann.

Fast drei Millionen Euro werden insgesamt investiert. Das Land Baden-Württemberg hat die höchstmögliche Förderung von 80 Prozent zugesagt./p>

alle Fotos: Franz Hofmann

Pressebericht

Man habe sich einen strammen Zeitplan vorgenommen, erinnerte Hofmann zu Beginn der kleinen Zeremonie. In genau einem Jahr muss die gesamte Neuausrichtung der Wasserversorgung abgeschlossen sein.

Bereits im September 2012 war mit der Rodung des Geländes der Baubeginn an das Regierungspräsidium in Stuttgart gemeldet worden. Eine neue Zufahrt wurde geschaffen, die Verlegung der Zuleitung vom bestehenden Druckunterbrecher "Sinselein" steht vor dem Abschluss.

alle Fotos: Franz Hofmann

Neuordnung der Wasserversorgung Freudenberg

  • Die förderfähigen Gesamtkosten der Neuausrichtung der Wasserversorgung der Stadt Freudenberg wurden mit rund 2,807 Millionen Euro berechnet. Der Zuwendungsbescheid des Landes beläuft sich auf 2,245 Millionen Euro.
  • Der Kosten für den Neubau des Hochbehälters, für den am Freitag der erste Spatenstich gesetzt wurde, werden mit etwa 1,392 Millionen Euro kalkuliert. Davon entfallen 828 230 Euro auf den baulichen Teil, der von der Firma Benninger-Bau aus Bad Mergentheim erstellt wird.
  • Der Hochbehälter besteht aus zwei Wasserkammern mit jeweils 600 Kubikmetern Speichervolumen. Die im Endzustand erdüberdeckten Kammern werden durch ein zweistöckiges Betriebsgebäude mit Pultdach miteinander verbunden.
  • Vor dem Abschluss steht der Bau der Zuleitung vom bestehenden Druckunterbrecher "Sinselein" durch die Firma Zöller-Bau aus Triefenstein mit einer Auftragssumme von brutto rund 509 000 Euro.
  • Der Fertigstellungstermin für die gesamte Neuausrichtung der Wasserversorgung wurde auf den 1. November 2015 festgeschrieben. Eine Verschiebung oder Verzögerung wurde vonseiten des Landes ausgeschlossen.

alle Fotos: Franz Hofmann

Warum?

Doch warum überhaupt das ambitionierte Vorhaben? Auch darauf ging der Bürgermeister ein. Bislang stützte sich ein Teil der Freudenberger Wasserversorgung auf drei Brunnen, von denen zwei wegen Eintrübungen immer wieder abgeschaltet werden müssen, die Leistung des dritten alleine aber nicht ausreicht. Selbst durch den Einbau einer Aufbereitungsanlage hätte man die Probleme nicht lösen können.

Deshalb - und nicht zuletzt weil es alleine dafür die benötigten Zuschüsse aus Stuttgart gab - stimmte der Gemeinderat im März vergangenen Jahres dafür, dass Freudenberg künftig komplett aus dem Aalbachtal mit Wasser versorgt werden soll. Damit es davon immer einen genügend großen Vorrat gibt, auch wenn die Zufuhr einmal stocken sollte, erhält den neue Hochbehälter zwei Wasserkammern mit einem Gesamtvolumen von 1200 Kubikmetern.

alle Fotos: Franz Hofmann

Steigende Anforderungen

Gern gesehener Gast beim Spatenstich war, in Vertretung des Regierungspräsidenten, der Leitende Baudirektor im Regierungspräsidium Stuttgart, Klaus Hofmann. Der räumte ein, dass es harter Arbeit und enormer Investitionen bedürfe, um bei der Wasserversorgung, aber auch der Abwasserbeseitigung, die ständig steigenden Anforderungen zu erfüllen. "Für die betroffenen Gemeinden sind das große Belastungen."

Deshalb gebe das Land Zuschüsse, die auch dafür sorgen sollten, dass die Gebühren im erträglichen Rahmen bleiben könnten. Allerdings, so Hofmann, würden, wie in diesem Fall, nur Maßnahmen gefördert, die in die Zukunft gerichtet seien. Und die Wasserenthärtung werde noch als "Komfort" angesehen und sei nicht dabei. "Vielleicht ändert sich da einmal etwas."

Die Neustrukturierung in Richtung des Zweckverbands Wasserversorgung Main-Tauber nannte der Leitende Baudirektor "eine gute Entscheidung", wobei ihm bewusst sei, dass die Aufgabe der eigenen Quellen nicht immer leicht falle. Nun könne man aber sagen, "jetzt haben wir es für die nächsten Jahre geschafft". In anderen Teilen des Kreises sei man noch nicht so weit. Es gelte nach wie vor Überlegungen anzustellen, "ob man einen weiteren, großen Verbund hinbekommt". Man stehe kurz vor dem Abschluss großer Investitionen in ein zukunftsträchtiges Projekt, so die Leiterin des Umweltschutzamts im Landratsamt des Main-Tauber-Kreises, Heike Kademann. Alleine in den vergangenen zehn Jahren seien für diesen Zweck 33,3 Millionen Euro an Zuschüssen in den Kreis geflossen, erinnerte sie. "Wir sind in Sachen Wasserversorgung im Main-Tauber-Kreis insgesamt ganz gut unterwegs."

An den "ambitionierten Zeitplan" erinnerte noch einmal Gerhard Gräf vom Planungsbüro Walter und Partner. Um diesen einhalten zu können, "wäre ein baufreundlicher Winter nicht schlecht", wünschte e.

Dann griffen alle gut gelaunt gemeinsam zum Spaten, um für das Bauprojekt den offiziellen Startschuss zu geben.

ek © Fränkische Nachrichten, Montag, 03.11.2014

alle Fotos: Franz Hofmann

Fotos: Franz Hofmann

Text / Gestaltung: Sylvia Bechtold