Geschichte: Stadt Freudenberg am Main

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Aktuelles zu Covid 19 - Freudenberg

Stand 22.09.2021 - Freudenberg: 8

Sieben-Tage-Inzidenz Main-Tauber-Kreis: 61,0

Zahl der Fälle mit bestätigter Virusmutation: 1655

Die Impfzentren des Landes Baden-Württemberg sind ab Freitag, 1. Oktober, geschlossen. Auch das Kreisimpfzentrum in Bad-Mergentheim wird am Donnerstag, 30. September, das letzte Mal geöffnet sein. 

Wenn die Zweitimpfung ab Oktober stattfinden soll, müssen die betreffenden Personen rechtzeitig Kontakt mit der Hausarztpraxis oder einer niedergelassenen Ärztin oder einem niedergelassenen Arzt (eingeschlossen sind auch Privatpraxen) aufnehmen, um einen Termin für die Zweitimpfung zu vereinbaren.

Wer keine Hausarztpraxis hat, kann auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg über die Corona-Karte Baden-Württemberg unter www.kvbawue.de/index.php?id=1102 den Standort der nächstgelegenen Corona-Schwerpunktpraxis finden, um einen Zweitimpfungstermin zu vereinbaren.

Wert der Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz für Baden-Württemberg laut LGA:  1,99

Ansprechpartner für Fragen zum Thema Corona ist das Ordnungsamt: bauamt@freudenberg-main.de

Impfzentrum Miltenberg: Termin buchen unter https://www.terminland.de/Impfzentrum-Mil/ - Anmeldungen mit Postleitzahl 97896 für alle Freudenberger möglich.

RKI: COVID-19-Fälle nach Altersgruppe und Meldewoche (Tabelle wird jeden Dienstag aktualisiert)

Täglicher Lagebericht LGA

 
 
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Geschichte

Hauptbereich

Die Freudenburg - stolzes Zeichen der Macht

Hoch über dem Main und der Stadt Freudenberg thront die Freudenburg am Ausläufer des fränkischen Odenwaldes. Sie ist Geopunkt des “Geonaturparkes Bergstraße - Odenwald” und Mitglied der “Burglandschaft”. Die Freudenburg ist unter Burgenkenner wegen ihres auffälligen Burgfrieds, einem sogenannten “Butterfassturm”, hier einem dreistufigen Bau, sehr bekannt. Ihr Name geht wahrscheinlich zurück auf die ritterliche Tugend der “vröude”.

Territorialer Machtanspruch, machtpolitische Abgrenzung zu den angrenzenden Territorialherren und der Wunsch die eigene Bedeutung und den sozialen Stand zu demonstrieren führten in der Region zum Bau einiger mächtiger Burganlagen unter verschiedenen Bauherren. Der Würzburger Bischof Heinrich III. erwarb durch Gebietstausch mit dem Zisterzienserkloster Bronnbach Ländereien und kam so in den Besitz der kleinen Siedlung Lullingescheit.

Mit dem Bau einer eigenen Burg wollte das Bistum Würzburg darauf reagieren, dass die Herrschaft Dürn auf der Wildenburg immer mehr an Bedeutung gewann, das Erzbistum Mainz sich immer weiter ausdehnte und der Reichsschenk Schüpf- Klingenberg rechtsmainisch die Henneburg erbaute.

Die Stadt Freudenberg gehört mit der Freudenberg dem Netzwerk "Burglandschaft - eine Zeitreise im Main4Eck" an.

Burg und Burgmauer
Burg und Burgmauer

Für das Bistum Würzburg hieß es nun die eigene Stellung klar zu demonstrieren und so ließ Heinrich III. gleich zu Baubeginn den Grundstein zu einem Bergfried legen, der durch seine gigantischen Ausmaße keinen Zweifel am Machtanspruch der Würzburger aufkommen ließ. Noch heute ist der Bergfried der imposanteste Bauteil der Freudenburg. Bischof Heinrich III. und Ruprecht von Dürn starben 1197 und der Kampf um das zu beherrschende Territorium und die Vormachtstellung geriet ins Stocken, so dass der Bau der Freudenburg nicht weiter vorangetrieben wurde und man sich mit einem Provisorium begnügte.

Doch die Zeiten änderten sich und fast 30 Jahre später begann der Mainzer Bischof mit dem Bau der Mildenburg und konnte somit seinen Einfluss am Main erheblich stärken. Auch das Haus derer zu Dürn erstarkte unter Konrad I., gewann an Ländereien und finanziellen Mitteln und setzte den Ausbau der Wildenburg fort. Der Kampf um die Vormachtstellung am Main war in eine neue Phase getreten und so sahen sich die Lehensnehmer der Freudenburg mit ihren Ländereien gezwungen die eingestellten Arbeiten an der Burg wieder aufzunehmen. Verträge aus dem Jahr 1287 lassen vermuten, dass die Grafen von Wertheim damals schon über die Freudenburg verfügten.

Wie vielerorts entwickelte sich am Fuß des Burgberges eine kleine Siedlung. Wahrscheinlich besiedelten die “Bauarbeiter”, die aus Kirschfurt oder Lullingescheit kamen als erste dieses Gebiet. Das Leben zu Füßen der Burg bot den Menschen Schutz und Sicherheit. 1287 wurde Freudenberg als ”civitas” bezeichnet, 1333 erhält es durch Kaiser Ludwig den Bayern die Stadtrechte, somit darf in Freudenberg ein Markt abgehalten und die niedere Gerichtsbarkeit ausgeübt werden. Durch eine Erbschaft aus dem Hause Breuberg gewannen die Grafen von Wertheim unter Graf Rudolf an Macht. Sie bauten 1361 die Freudenburg zu einem standesgemäßen Wohnsitz um. 1497 fällt Freudenberg an Graf Erasmus von Wertheim, unter seiner Herrschaft erfolgen die größten Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen. Asmus macht aus der Burg eine Festungsanlage und errichtet einen prachtvollen Renaissancebau.

Er bewohnt das Schloss und möchte sich abgrenzen von seinem Bruder Michael der in seinem Herrschaftssitz der Burg Wertheim residiert - doch die glanzvollen Zeiten auf der Freudenburg vergehen schnell. Erasmus von Wertheim, der 1499 auch das Freudenberger Rathaus erbauen ließ, stirbt kinderlos 1509. Die Freudenburg geht zurück in den Besitz seines Bruders. 1556 sterben die Grafen zu Wertheim aus, das Lehen fällt zurück an das Bistum Würzburg und das Interesse an der Burg versiegt. Verwaltungssitz wird das neu gebaute Amtshaus. 1581 gehen Stadt und Burg an die Herrschaft Löwenstein-Wertheim. Auch vor Freudenberg macht die Hexenverfolgung nicht Halt. Über 150 Bewohner der Stadt wurden “hochnotpeinlich befragt”, den Hexenproben unterzogen, gefoltert und gequält, ehe man sie am Brennplatz öffentlich verbrannte. Eingesperrt hatte man die Verdächtigen zuvor im Kanonenturm der Freudenburg. 1803 kam Freudenberg infolge des Reichsdeputationshauptschlusses an das Fürstentum Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.

Noch heute ist gut nachzuvollziehen, wie die Burg einst ausgesehen hat. Innerhalb der Burganlagen das Pallasgebäude, das als Wohngebäude ausgebaut war und mit einem hölzernen Gang mit einem Kemenatenbau verbunden war. Die Pallaswand ist noch erhalten, nicht so der Kemenatenbau. An der Seite der Pallaswand ist in römischen Ziffern die Jahreszahl 1361 zu lesen - das Jahr in dem die Burg erstmals durch einen der Grafen von Wertheim ausgebaut wurde. Der mächtige 3-teilige Bergfried war nur über den Wehrgang zu erreichen und zeigt vielfältige Steinmetzzeichen. Es gab eine kleine Kapelle in der ein Geistlicher nachweislich seinen Dienst tat. Große Keller waren angelegt um Vorräte zu lagern. 1499 baut Graf Asmus die Freudenburg zu seinem Wohnsitz aus und rüstet die gesamte Anlage wehrhaft auf. Keines der sicher hölzernen Burgbauten ist heute noch erhalten. Nach dem Tod des Grafen war die Burg nicht mehr dauerhaft bewohnt und der Verfall der Anlage setzte ein. Die Freudenburg fiel in einen “Dornröschenschlaf”, Efeu, Gestrüpp und Dornen bemächtigten sich ihrer und Wanderer wurden gewarnt das Gelände zu betreten. Retter war die “Burginitiative” unter der Leitung von Franz Hofmann. Nach vielen tausend Arbeitsstunden erhielt die Burg 1987 den Staatspreis des Landes Baden-Württemberg für vorbildliche Sanierung. Am 2. Juli 1995 wurde die Burg offiziell Eigentum der Stadt. Seit 1987 werden, im zwei Jahres Rhythmus auf der Burg die Burgfestspiele inszeniert.

Quellen:
Rainer Türk, Wanderungen um Freudenberg am Main
Hrsg. Stadt Freudenberg
Eugen Mai, Geschichte der Stadt Freudenberg am Main, 1987
Text: Caroline Becker M. A. Tourismus & Kultur
Fotos: Franz Hofmann

Burgführungen sind für Gruppen nach Anmeldung möglich!